Themar Stadtkirche “St.
Bartholomäus”
Die Stadtkirche Themar ist dem
Heiligen Bartholomäus geweiht. Sie gehört zu den schönsten Kirchen des
Oberen Werratals. Und sie ist eines der wenigen Gebäude der seit 796
geschichtlich nachweisbaren kleinen Stadt an der Werra, das alle Stürme der
Zeit überdauerte. An der gleichen Stelle der Stadtkirche befand sich die um
das Jahr 1100 im romanischen Stil erbaute “Unterkirche”. Von ihr sind noch
die Reste in der Sakristei und in den beiden über ihr liegenden unteren
Etagen des Kirchturms erhalten. Papst Sixtus IV. erteilte nach Vermittlung
der Gräfin Margaretha von Henneberg am 14. Mai 1484 die Genehmigung zum
Neubau der Kirche. Am 3. Mai 1488 legte der Chorherr des
Praemonstratenserklosters Veßra und Pfarrer von Themar, Antonius König, den
Grundstein zum Bau der heutigen Kirche. 1502 war die spätgotische
Hallenkirche mit ihrem eindrucksvollen Chor vollendet.
Die Haube des Turmes birgt eine kleine
drei Zimmer große ehemalige Türmerwohnung, deren Lastenwinde noch original
erhalten ist.
Erwähnenswert sind weitere, noch
erhaltene Schnitzwerke und Kunstschätze, die der Kirche erhalten geblieben
sind. Dies ist zum Einen der Apostelschrein oder “Nasenaltar” aus der Zeit
von 1500, der neben der Kanzel an der Südostseite steht. Seine mit den
Attributen versehenen Apostelfiguren mit ihren markanten Nasen haben ihn
seinen lustigen Beinamen gegeben.
Von 1668 bis 1684 wirkte Georg
Christoph Bach, ein Onkel Johann Sebastian Bachs, als Organist an der
Stadtkirche und als Lehrer an der Themarer Lateinschule. Er wurde 1684 nach
Schweinfurt berufen und ist der Stammvater der “Schweinfurter Bache”.
Die Kirche vermittelt heute nicht nur
einen Eindruck von mittelalterlicher Kultur, sondern ist in der Erhabenheit
ihres Baues und in der Bewahrung ihrer Kunstschätze Ausdruck christlicher
Frömmigkeit durch die Jahrhunderte und Zentrum regen kirchlichen Lebens in
der kleinen Stadt.
Themar Friedhofskirche –
“Johanneskirche”
Neben der Stadtkirche besitzt die
Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Themar eine zweite Kirche, die
Johanneskirche auf dem Friedhof. Sie ist aus der “Oberkirche” am Ausgang der
Stadt nach Hildburghausen hervorgegangen. Die “Oberkirche” wird zum ersten
Mal 1492 in einer Urkunde erwähnt, nach der Fritz von Bibra dieser Kirche
eine Messe stiftete.
Eine Inschrift über dem Westportal
verrät: “ERBAVET 1588 REPARIRET 1788”. Die Kirche wurde in diese Zeit zur
Gottesackerkirche umgebaut und 1598 geweiht. Sie trägt den Namen
“Johanneskirche”, jedoch ursprünglich nicht in Anlehnung an einen biblischen
Namensträger, sondern nach Johannes Hornschuch, der als erster auf dem bei
der Kirche angelegten Friedhof bestattet wurde. Deshalb wurde die Kirche im
Volksmund noch lange “Hornschuch-Kapelle” genannt.
Zu den wertvollsten Inventarstücken
gehören die aus dem 16. Jahrhundert stammende Altarplatte sowie ein
gotischer Lindenholzkruzifixus. Die Empore mit schlichter Bemalung läuft um
die Nord-, West- und Südseite. Hinter dem Altar steht an interessanter
Stelle die ebenfalls dem 16. Jahrhundert zuzuordnende Kanzel mit ihrem
kleinen, steinernen Aufgang. Außerdem verfügt die Kirche über ein modernes
Lesepult und einfache Bänke für die Gemeinde. Die Johanneskirche wird heute
nicht nur für Bestattungsfeiern, sondern auch für Gottesdienste, besonders
in den Wintermonaten, aber auch kleinere Konzerte genutzt.
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Termine dazu erfahren Sie im Pfarramt.
(siehe oben)