St. Bernhard – Kirche “St. Martin”
Sankt Bernhard liegt auf einem knapp
500 Meter hohen Kalkplateau, fünf Kilometer südlich von Themar. Der Ort mit
seinen heute ca. 280 Einwohnern besteht bereits seit dem frühen Mittelalter.
Im Jahre 956 wird er in einer Urkunde “Bernried” bzw. “Bernriod” genannt
(1148 “Berenriet”, 1187 “Bernrit”).
Die heutige Bezeichnung St. Bernhard
ist zwischen 1573 und 1704 entstanden. Im ursprünglichen Namen hatte man
einen Hinweis auf BERNHARD VON CLAIRVAUX zu entdecken geglaubt und deshalb
die eigene Kirche irrtümlich mit dem Heiligen in Verbindung gebracht. St.
Bernhard liegt an der alten “Weinstraße”, die einst über die Werrafurt
westlich von Henfstädt führte und Milz mit der Dreifach-Kreuzung am Pass von
Oberhof verband.
Die Kirche in St. Bernhard soll auf
eine frühe Gründung zurückgehen. Ursprünglich wird sie von Reurieth aus
betreut, später auch von Dingsleben und Henfstädt; heute gehört sie wieder
zu Reurieth. Vom 15. bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nennt man
“Bernryet” eine Wüstung , d. h. der Ort war in dieser Zeit ganz sicher nicht
bewohnt. Doch schon 1566 bilden die Einwohner von St. Bernhard wieder eine
Gemeinde.
Im Jahr 1839 wird ein neues
Schulgebäude errichtet, 1842 bis 1844 die neue Kirche, eingeweiht am 12.
November 1844. Die Kirche wird unter Anleitung des Architekten August
Wilhelm Döbner im neugotischen Stil erbaut. Ihre einheitliche und schlichte
Gestalt ist dem Ort angemessen. Wie die Beschaffenheit des Gemäuers verrät,
stammt der fast quadratische Chor (4 Meter mal 3,8 Meter) noch von dem
Vorgängerbau. Vielleicht hatte dort einmal der alte Kirchturm gestanden.
Wenngleich das Alter des Kirchgebäudes
bekannt ist, so kann dies im Blick auf den Taufstein nicht gelten. Ein
ungelöstes Rätsel haftet ihm noch immer an: Der obere Teil des Steins, das
Taufbecken, wurde “1893 gelegentlich der Errichtung eines Anbaus an der
Schule ausgegraben”
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(siehe oben)