Schlechtsart
Die Schlechtsarter nennen ihre
Umgebung “die kleine Schweiz”. Damit haben sie völlig Recht. Inmitten der
schönen fränkischen Landschaft bildet die Gegend um den kleinen Ort
Schlechtsart noch einmal ein besonders herrliches Territorium.
Wenige Kilometer von Westhausen
entfernt und begegnet uns im Jahr 1260 als “Schlechtshart”, 1317 als
“Sleitishart” erstmals in der Geschichte. Die Grundherrschaft – der Ort
besaß bis 1816 auch einmal ein Rittergut – wechselte im Laufe der
Jahrhunderte. So waren im 14. Jahrhundert das Stift in Schmalkalden und die
Herren von Schaumberg zuständig.
Das Patrozinium der Schlechtsarter
Kirche konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Die Schlechtsarter
Kirche, wie sie sich jetzt im Äußeren und Inneren dem Betrachter zeigt,
stammt aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts und ist an Stelle eines noch
älteren Bauwerks am 10. Oktober 1606 eingeweiht worden. Dennoch gibt es
einige Reste des Vorgängerbaus.
Zunächst einmal fällt die
Schlechtsarter Kirche, von welcher Seite aus man sich ihr auch nähert, durch
ihren schönen Fachwerkturm auf.
Der Chorraum, über dem sich der Turm
erhebt, stammt noch aus der romanischen Stilepoche und ist dem Vorgängerbau
der heutigen Kirche zuzurechnen. Er hat ein Tonnengewölbe und an der
Südseite eine später erweitertes Rundbogen-Fenster. Der Altar steht vor dem
rundbogigen Triumphbogen, den man mit seinen beiden Kämpfergesimsen
ebenfalls in die romanische Zeit – und damit in die alte Schlechtsarter
Kirche – einordnen dürfen.
Durchschreitet man den fast vier Meter
langen Raum, so gelangt man in die Sakristei, und zwar in die neue, 1999
erbaute Sakristei, da die alte (1720 erbaut) baufällig geworden war. Sehr
geschickt haben die Schlechtsarter diesen Neubau im Innern zu einem kleinen,
heizbaren und sehr ansprechenden Gemeinderaum gestaltet. Er dient als
Winterkirche und wird zu den verschiedenen Gemeindeveranstaltungen genutzt.
Aus denkmalpflegerischen Gründen musste er allerdings dieselben Maße
erhalten, wie der alte, eingelegte Sakristeibau, der aus geputztem Fachwerk
bestand.
Die Orgel der Kirche wurde in den
Jahren 1856 bis 1860 durch den Schmiedefelder Orgelbaumeister Michael
Schmidt errichtet. Heute mahnt sie mit ihren fehlenden Prospektpfeifen zur
Erinnerung an die Unart, während der Kriege wertvolle Metalle von Glocken
und Orgeln aus den Kirchen für Rüstungszwecke zu missbrauchen.
Auch in Schlechtsart ist schon in der
Frühzeit der Reformation evangelisch gepredigt worden. Seit dem
Dreißigjährigen Krieg geschah die geistlich-seelsorgerliche Versorgung vom
benachbarten Westhausen aus, wie es auch heute noch der Fall ist.
Interessant ist, was in alten Berichten darüber gesagt wird: Der Pfarrer
predigte zwei Sonntage hintereinander in Westhausen, am dritten Sonntag
jedoch in Schlechtsart, “wobei jede Gemeinde der andern in die Kirche, wo
gepredigt wird, folgen muss!” (Anmerkung 1) Das klingt sehr modern und würde
manches Problem in der kirchlichen Gegenwart lösen! Die Kirchgemeinde
Schlechtsart und die politische Gemeinde sind sich des Wertes ihres
Gotteshauses bewusst und haben alles getan, um diesen Sakralbau zu erhalten
und zu verschönern. Denn allen ist klar: Was wäre die schöne “Schlechtsarter
Schweiz” ohne ihr altehrwürdiges, schmuckes Kirchlein?
Besuchen Sie unsere Kirche und
Gemeinde bei ihren Veranstaltungen.
Sie sind willkommen!
Termine dazu erfahren Sie im Pfarramt.
(siehe oben)