Reurieth
Unten im 720 Einwohner zählenden Dorf
liegt die Kirche auf einer Anhöhe neben einer kleinen Burgruine. Letztere
verrät (durch ihren beschleunigten Verfall kurz nach Ende des Zweiten
Weltkrieges) nur noch wenig an der ursprünglichen Gestalt. Hinter dem
kleinen Friedhof der Kirche fällt das Gelände steil ab. Durch den Talgrund
fließt die Werra, die von der Friedhofsmauer aus deutlich zu sehen ist.
Reurieth ist eine fränkische Siedlung, die vermutlich um 700 entstanden ist.
Die Herren der Burg (Haus “Rurit”) werden bereits 1171 erwähnt, “Rugerit”
als Ort 1177.
Die Kirche ist eine der ältesten in
der Gegend um Themar. Wann genau Turm und Sakristei entstanden sind, weiß
man heute nicht mehr. Gewissheit gibt es aber darüber, dass 1287 ein
gewisser CUNRADUS Leutpriester in “Rugeriet” war.
Eine kunstgeschichtliche Rarität
stellt die Holzdecke dieses Raumes aus dem Jahr 1596 dar. Bemalt ist sie
“mit christlichen Symbolen, Wappen, Ornamenten und Arabesken”. Noch heute
ist die Farbgebung im Originalzustand, wenngleich eine Restaurierung nunmehr
geraten scheint.
Das Kreuzrippengewölbe im Altarraum
verdient nicht weniger Beachtung. Anfang des 19. Jahrhunderts war das
Gewölbe noch weiß getüncht, bei der Renovierung der Kirche 1934 wurde die
darunterliegende Bemalung freigelegt. Zu erkennen sind die Ornamente der
vier Evangelisten und verschiedene Pflanzendarstellungen. Die
kunsthistorische Einordnung der Bemalung steht bislang noch aus.
Töne für das Innere der Kirche erzeugt
die Orgel aus dem Jahr 1878 (Theodor Kühn, Schmiedefeld/R.). Mögen auf ihr
auch immer wieder die Werke von JOHANN ZACHARIAS FRANCK zu hören sein, der,
1686 in Reurieth geboren, fünfzig Jahre lang als Hoforganist und Komponist
in Bad Dürkheim (Pfalz) gewirkt hat. Eine Gedenktafel ist ihm zu Ehren am
Gotteshaus angebracht.
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(siehe oben)