Linden
Linden ist ein sehr alter Ort. Seine
Entstehungszeit dürfte in die nachkarolingische Epoche fallen, also um 911,
auch wenn es erst 1315/16 als “zu der Lynden”, 1335 und 1343 als “Linden”
urkundlich ins Rampenlicht der Geschichte tritt.
Es gehörte in alter Zeit dem Stift in
Würzburg, wurde dann an das Adelsgeschlecht derer von Reurieth als Lehen
gegeben und von diesen 1401 und 1506 ganz den Grafen von Henneberg-Römhild
überlassen. Von welcher Seite man sich Linden auch nähert, als Erstes
erblickt man den wuchtigen Kirchturm. Der Ort selbst liegt geschützt in
einer Mulde und bildet ein fränkisches “Straßenangerdorf”, d. h., die
Fachwerkhäuser stehen mit der Giebelseite so, dass von den Häusern aus die
Straße überblickt werden kann. Oberhalb einer mächtigen Linde befindet sich
die einzige Verengung des Angers. Hier findet man die Kirche mit
angrenzendem Friedhof, benachbart von der alten Schule mit Nebengebäuden und
dem Schulhof.
Der genannte Bereich ist noch von
einer alten Mauer umgeben, die möglicherweise in früheren kriegerischen
Zeiten den Bewohnern Schutz bot und noch stärker ausgebaut war. Die genaue
Entstehungszeit der Kirche in Linden ist nicht bekannt, doch lassen die
dicken Mauern von Sakristei und Chorraum, der den Turm trägt, auf ein recht
hohes Alter des Gotteshauses schließen. Nach Überlieferungen soll sich
innerhalb dieser starken Mauern eine Kapelle befunden haben, die den
Einwohnern des Ortes in Kriegszeiten als Zufluchtsort diente. Später sei
eine Wand an der Westseite herausgebrochen worden und somit der eigentliche
Kirchenraum geschaffen worden. Die Kapelle wurde 1667 aufgestockt zum Turm,
indem zwei Stockwerke oder “Geschosse” in Eichenfachwerk darauf gebaut
worden sind.
Im Inneren der Kirche überrascht die
schlichte Gestaltung. Von den roten Steinfliesen des Fußbodens heben sich
die unbemalt gebliebenen Holzeinbauten mit der feingegliederten Architektur
der Emporen besonders ab und verleihen dem hohen Kirchenraum einen warmen
Ton.
Das Patrozinium der Kirche in Linden
ist bislang nicht bekannt. Die mündliche Überlieferung will wissen, dass die
mittelalterlichen Pilger aus unserer Region auf ihrem Wege nach Würzburg
gerne in der Lindener Kirche Station machten, um dort ihre Andacht zu
verrichten. Für sie mag das Gotteshaus das gewesen sein, was der fromme
Meister über der Tür des Westeinganges Jahrhunderte später einmeißeln ließ:
“Wie heilig ist diese Stätte, hie ist nichts anderes denn Gottes Haus, und
hie ist die Pforte des Himmels” (1. Mose 28,17).
Besuchen Sie unsere Kirche und
Gemeinde bei ihren Veranstaltungen.
Sie sind willkommen!
Termine dazu erfahren Sie im Pfarramt.
(siehe oben)