Häselrieth – Kirche “St. Wigbert”
Heute als Stadtteil von Hildburghausen
ausgeschildert, war Häselrieth doch immer ein eigenständiges Dorf, dessen
Dorfkern und ländlicher Charakter nach wie vor erkennbar ist.
Ursprünglich gab es auf dem
Häselriether Berg, in alter Zeit auch Questenberg genannt, eine kleine, der
heiligen Ottilie geweihte Kapelle. Während der Zeit der Reformation verlor
sie als Wallfahrtsort ihre Bedeutung und ist schon im Jahr 1690 auf einer
erhalten gebliebenen Bleistiftzeichnung nur noch als Ruine zu sehen.
Der Ortsname Häselrieth wird zum
ersten Mal im Jahr 1196 in einer Lehensurkunde von Abt Heinrich von Hersfeld
genannt. Seinen sprachlichen Ursprung könnte er in der Zusammensetzung aus
der althochdeutschen Bezeichnung “Hezilo” für “Heinrich” und “Ried” als
“Sumpfgrasgebiet” genommen haben.
Da das Hersfelder Stiftsland auch den
heiligen Wigbert als ihren Patron hatte, kam sein Patronat auch zur
Häselriether Kirche.
1869 war das alte Langhaus der Kirche
wegen Baufälligkeit abgerissen worden. Und noch im selben Jahr errichtete
man ein neues, neoromanisches Schiff. Es ist groß und geräumig gestaltet,
wenngleich man heute sicher auch fragen muss, ob es schöner als das alte
geworden ist. Äußerlich sind die jeweils vier großen Rundbogenfenster mit
dem darüber angebrachten Rundbogenfries und die Portale an der Nord- und
Westseite bestimmend. Betritt man die Kirche, fällt der bauliche Bruch
zwischen Haupthaus und Chor ins Auge.
Eine Besonderheit der Häselriether
Kirche ist die große Fledermaus-Kolonie auf dem Dachboden, worauf auch das
Schild oberhalb des Westportals mit der Aufschrift “Fledermausfreundlich”
hinweist. In Größe und Art ist diese Herberge für die unter Naturschutz
stehenden “Kobolde der Nacht” einmalig in Europa. Die Bemühungen der
örtlichen Kirchgemeinde zur Erhaltung der relativ großen Kirche mit all dem,
was dabei in den letzten Jahren an Aufgaben bewältigt werden musste, sind
durchaus bemerkenswert.
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Sie sind willkommen!
Termine dazu erfahren Sie im Pfarramt.
(siehe oben)