Crock – Kirche “St. Veit”
Vergeblich sucht man in Crock die
sprichwörtliche “Kirche im Dorf”. Allerdings ist dies für die Bewohner des
Ortes und des dazugehörigen Dörfchens Oberwind kein Problem, denn ihre
Kirche ist schon seit ihrem Bestehen nördlich des Ortes auf einer
vorspringenden Bergnase gelegen.
Hier soll sich in Sichtweite der
Gleichberge schon vor fast 3.000 Jahren ein altes keltisches Heiligtum
befunden haben. So leitet sich auch der Ortsname Crock von dem keltischen “Crough”,
was so viel wie “Felsen” bedeutet, ab.
Während der Völkerwanderung kamen die
Germanen und errichteten ein Stammesheiligtum der Irmin, wovon sich der
Bergname “Irmelsberg” ableiten könnte. Im Laufe der Christianisierung kam es
dann zur Errichtung eines christlichen Heiligtums, zunächst wohl eine Gruppe
von Kreuzen, die dem Flurteil in Richtung Oberwind den Namen “Zu den drei
Kreuzen” gegeben hat.
Schließlich erlangte das Heiligtum mit
der dem heiligen Vitus (15. Juni) geweihten Kapelle außergewöhnliche
Bedeutung als Wallfahrtsort und wurde für die insgesamt vierzehn
dazugehörigen Gemeinden zu klein, so dass man den heute noch vorhandenen
Kirchenneubau im Jahr 1489 errichtete.
Die St.-Veits-Kirche in Crock hat eine
klare einheitliche Baustruktur in spätgotischem Stil. Ihr Grundriss ist wie
folgt aufgebaut: Im Osten ein relativ großer, ca. zehn Meter langer
Chorraum, dessen Ecken abgeschrägt sind mit vier Spitzbogenfenstern. An den
Ecken treten insgesamt sechs Strebepfeiler mit Satteldach- bzw.
Pultdachabschlüssen hervor. Auch das alte Dachgesims mit Kehlprofil ist
deutlich zu erkennen. Die Sakristei steht an der Südseite dort, wo der Chor
und das Schiff verbunden sind. Das Kirchenschiff mit seinen vier
Spitzbogenfenstern auf der Südseite ist kaum größer als der Chor. Daran
schließt sich der Turm an der Westseite an.
Der älteste Teil soll die Sakristei
mit ihrem rippenlosen Kreuzgewölbe sein. Aus der Zeit der Erbauung der
Kirche stammt der drei Stufen gegenüber dem Schiff höher gelegene reizvolle
Chor. Sein Kreuzrippengewölbe ist einzigartig.
Besonders zu nennen ist der aus der
Erbauungszeit stammende Taufstein mit seinem gedrehten Schaft. Das
Kirchenschiff wird bestimmt vom braun gestrichenen hölzernen Gestühl und dem
doppelten Emporengeschoss. Auf der obersten Empore steht die zweimanualige
Orgel, die im Jahr 1731 vom Orgelbaumeister Johann Christian Dotzauer aus
Hildburghausen geschaffen wurde.
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(siehe oben)