Bedheim – Kirche “St. Kilian”
Der Ortsname weist mit dem
Begriff “heim” auf die Zeit der “Fränkischen Landnahme” um 800/900, eine
Bezeichnung der fränkischen Siedlungen. Dagegen könnte der erste Teil
des Ortsnamens “bed” durchaus keltischen Ursprungs sein. Andere
Deutungen verweisen allerdings auf das Wort “bede” für eine
mittelalterliche Steuer.
Der älteste Hinweis für den Ort
findet sich auf einer Urkunde von 1169 mit dem Namen “Romuldus von
Bedheim”. Das Gotteshaus ist dem Frankenapostel Kilian geweiht, der mit
seinen Gefährten als iro-schottischer Mönch ins Frankenland kam und von
686 bis 689 Bischof in Würzburg war.
Die Kirche in Bedheim wurde
1332 dem Kilian geweiht. Sie bestand damals sicher schon aus dem
Altarraum und der Sakristei, die 1260 oder 1290 erbaut wurden. Alte
gotische Malereien sind teilweise erhalten.
Unter dem Altar wurde 1794 Frau
Charlotte von Lilienstern, geborene von Wolzogen, Schillers Jugendliebe,
bestattet. Ihre Grabinschrift ist vor der Altarstufe zu lesen: “Allhier
ruht in Gott – dieweil Hochwohlgeb. Frau Charlotte von Lilienstern
geborene Freiin von Wollzogen starb den 20. Merz 1794.”
Seit dem Jahr 1973 werden
Konzerte für zwei Orgeln in Bedheim gespielt: Hans Philipp von Heßberg
ließ durch Caspar Schippel aus Hildburghausen 1711 die Hauptorgel bauen.
Im Jahr 1721 wurde über dem Triumphbogen die Schwalbennestorgel
errichtet. Nikolaus Seeber aus Römhild ist ihr Erbauer. Er hat auch
beide Orgeln durch Abstrakten (Holzleisten), die zwanzig Meter weit über
den Kirchenboden geführt werden, miteinander verbunden, so dass ein
Organist beide Orgeln einzeln oder auch zusammen spielen kann. Es
handelt sich dabei um eine weltweit einmalige Anlage.
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(siehe oben)