Adelhausen – Kirche "St. Marien"
Die Gemeinde Adelhausen zählt etwa
160 Einwohner zählende . Der Ort wurde 1315 als Atthus, Attelehusen; 1340
als Athalhusen, das heißt: zu den Häusern des Addalo oder Athalo, urkundlich
bekannt und gehörte einst zur Herrschaft des benachbarten Rittergutes in
Eishausen.
Mit Sicherheit aber ist die
Ortschaft noch älter. Gleich neben dem wasserreichen Weidachbach lugt durch
eine mächtige alte Kastanie und die luftige Birken- und Lebensbaumreihe die
kleine Marienkirche hervor.
Sie ist im Äußeren wie im Inneren
ein “steinernes Juwel”. In einem guten Maßverhältnis stehen Turm (etwa vier
Meter im Quadrat) und Kirchenhaus (fast elf Meter lang und siebeneinhalb
Meter breit) zueinander. Eine weitere Schönheit im Äußeren bietet die
Adelhäuser Marienkirche durch die Tatsache, dass sie unverputzt ist. Durch
verschieden naturgefärbte Steinarten ergibt sich dadurch ein dezent “buntes”
Aussehen, wie man es selten bei einem Gotteshaus findet. Beim genauen
Hinschauen entdeckt der Betrachter sogar die Reste einer alten Sonnenuhr an
der Südseite der Kirche. Die Kantsteine sowohl am Kirchenhaus als auch am
Turm tragen durchweg die “Zangenlöcher”, die für den mittelalterlichen
Kirchenbau charakteristisch sind. An der Südseite findet sich an einem
solchen Kantstein ein altes Steinmetzzeichen.
Eine lateinische Bauinschrift, die
an der Westseite links neben dem Eingang eingemauert ist, nennt das Jahr
1484 als Entstehungszeit der durch die Heßberger Ritter gestifteten
Marienkirche.
Die Adelhäuser Kirche besitzt keine
Sakristei, aber eine zugemauerte Tür an der Nordseite des Altarraumes. Und
die Legende, dass im Mittelalter im Ort stationierte Mönche die kirchlichen
Funktionen ausübten. Man könnte vermuten, dass diese Tür unter anderem auch
den Mönchen als Durchgang diente.
In den siebziger Jahren des 20.
Jahrhunderts wurde eine Reihe Fresken aus der Entstehungszeit der Kirche,
über der Kanzel und dem Chorbogen sowie auf der nördlichen und südlichen
Emporenseite, freigelegt und restauriert. Darunter befinden sich weibliche
“Nothelfer-Darstellungen”, möglicherweise auch eine Marienfigur mit dem
Jesuskind – die Schutzpatronin der Adelhäuser Kirche.
Zwei schöne alte Bronzeglocken
beherbergt der Turm. Die kleinere mag um 1484 (ein Jahr nach Luthers
Geburt!) gegossen worden sein. Die andere, 1764 in Coburg gegossen, trägt
die Namen des damals regierenden Hildburghäuser Herzogs und des Heßberger
Kirchenpatrons. Abgenommen im Zweiten Weltkrieg und zum Einschmelzen
bestimmt, entdeckte diese 2. Glocke ein Adelhäuser Bürger auf dem Hamburger
“Glockenfriedhof” und veranlasste die Rückführung.
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(siehe oben)